Beteiligung an Wasserstoffkompetenzzentrum prüfen


Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

die Fraktionen von CDU und GRÜNEN stellen folgenden Antrag zur Sitzung des Ausschusses für
Wirtschaft, Digitalisierung und Tourismus am 2. September:

Die Verwaltung wird beauftragt, kurzfristig Gespräche mit dem Ziel aufzunehmen, ob und wenn
wie sich sinnvoll eine Beteiligung an der H2-Werkstatt Rhein-Berg (H2W) gestalten lässt. Dabei ist
auch auszuloten, inwieweit die im Rhein-Sieg-Kreis bestehenden Wasserstoffprojekte von einer
solchen Beteiligung profitieren könnten.

Begründung:
Vor dem Hintergrund der Programme auf EU-, Bundes- und Landeebene, die sich mit zukünftiger
grüner Wasserstoffwirtschaft beschäftigen, sollte der Rhein-Sieg-Kreis intensiv ausloten, ob und
wie wir uns an dieser „Wasserstoff-Werkstatt“ beteiligen wollen. Die bisher beteiligten Gebietskörperschaften
stehen einer solchen Beteiligung ausdrücklich offen gegenüber.
Mit der Gründung und dem Aufbau der H2-Werkstatt Rhein-Berg (H2W) beabsichtigt der Rheinisch-
Bergische Kreis die Einleitung von notwendigen Schritten für eine spätere Installierung
eines „Kompetenz-Center Wasserstoff Rhein-Berg (H2KC)“. Während der auf etwa drei Jahre
angelegten Vorbereitungsphase beschäftigen sich die Mitarbeitenden in der Werkstatt, aufbauend
auf den Inhalten des „Feinkonzeptes H2/R Wasserstoff Rheinland“ (2020), der „Wasserstoffstudie
Bergisches Rheinland“ (2021) sowie der vorliegenden Vereinbarung über die Kooperation
und Zusammenarbeit in der „H2-Werkstatt Rhein-Berg“ mit den folgenden Punkten:

Strategieentwicklung:
• Formulierung der strategischen Ziele und Ansätze für den Aufbau einer dezentralen und
nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft-/Infrastruktur im Bergischen Rheinland
• Regionale und lokale Ergänzung der Wasserstoffstrategien von EU, Bund und Land NRW
• Formulierung des regionalen Beitrags zur Erreichung der europäischen und nationalen
Klimaschutzziele

Inhaltliche Basis der Strategie ist der europäische „Grüne Deal“, der das Ziel verfolgt, dass bis
2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr freigesetzt werden und das künftige Wirtschaftswachstum
von der Ressourcennutzung abgekoppelt wird sowie abgeleitet die nationalen
(Bund) und regionalen (Land) Klimaziele.

Kommunikation:
Sensibilisierung von Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit für das Potenzial von grünem
Wasserstoff:
• Übergreifende Anlaufstelle und Ansprechpartner in der Region für
• Kreise/Städte/Gemeinden/Politik
• Wirtschaft/Betriebe/Handwerk/Institutionen
• Schulen und Hochschulen
• Medien
• Bürgerinnen und Bürgern.

Vermittlung und Kommunikation von Fakten und Wissen über die Wasserstoffwirtschaft:
• Aufbau eines H2-Netzwerks
• Aufbau des Digitaldialogs, Wissensidentifikation (Sachverständige, Hochschulen, Akteure)
• Wissensvermittlung durch Sachverständige (interne und externe)

Projekte:
Die H2W entwickelt grundsätzlich keine eigenen Projekte, sondern initiiert und unterstützt
Projekte dritter Akteure. Die strategischen Ziele werden durch Begleitung und Beratung sowie
Unterstützung bei der Umsetzung von Projekten und Maßnahmen entlang der Wertschöpfungskette
erreicht.

Begleitung und Beratung von Projekten:
• aus dem Feinkonzept H2R Wasserstoff Rheinland,
• der Wasserstoffstudie Bergisches Rheinland der Regionale 2025 sowie das Initiieren von
weiteren Projekten und die Akquise neuer Partner.
• Unterstützung bei der Umsetzung von Projekten (Operationalisierung):
Finanzierungs- und Förderberatung:
In enger Abstimmung mit den Kooperationspartnern, unter der Federführung des für die Akquise,
Tracking und Scouting von Fördermitteln zuständigen Region Köln/Bonn e.V. (COMPASS) sowie
in enger Zusammenarbeit mit der Regionale 2025 Agentur GmbH, sollen stattfinden:
• Kontinuierliche Identifikation, Beobachtung und Fortschreibung der Förderkulisse Förderberatung
in Kooperation mit Fördergebern und Kreditinstituten
• Unterstützung bei Förderanträgen
• Entwicklung von Finanzierungs- und Geschäftsmodellen.